Volvo PV36 Carioca – Schwedische Moderne der 1930er
Der Volvo PV36 Carioca ist ein faszinierendes Stück Automobilgeschichte: Mit seinem stromlinienförmigen Design und innovativer Technik setzte er Mitte der 1930er Jahre neue Maßstäbe und zeigte Volvos Mut zur Avantgarde.
Wann wurde der Volvo PV36 Carioca gebaut?
Der Volvo PV36 wurde von 1935 bis 1938 produziert. Insgesamt entstanden lediglich 500 Fahrzeuge, was ihn heute zu einem begehrten Sammlerstück macht.
Geschichte des Volvo PV36 Carioca
In den 1930er Jahren begann die Welt, stromlinienförmige Karosserien als Symbol für Modernität und Fortschritt zu begreifen. Volvo wollte mit dem PV36 an diesen Trend anknüpfen. Der Wagen wurde nach der Modemetropole Rio de Janeiro und der Tanzmusikrichtung „Carioca“ benannt – Synonyme für Exotik, Modernität und Eleganz.
Allerdings war der PV36 seiner Zeit weit voraus. Viele Käufer waren anfangs skeptisch gegenüber dem futuristischen Design, weshalb die Verkaufszahlen vergleichsweise niedrig blieben.
Wer hat ihn designt?
Das Design des PV36 entstand unter der Leitung von Ivan Örnberg, einem früheren Ford-Ingenieur, der die neuen Designideen aus den USA nach Schweden brachte. Besonders Vorbilder wie der Chrysler Airflow beeinflussten seine Linienführung stark.
Welche Motoren gab es?
Der PV36 verfügte über einen bewährten Motor:
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Motor: 6-Zylinder-Reihenmotor
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Hubraum: 3.670 cm³
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Leistung: ca. 86 PS bei 3.600 U/min
Dieser Motor war im Grunde eine Weiterentwicklung des schon bewährten Antriebsaggregats aus den größeren Volvo-Limousinen der Zeit.
Technische Daten (Auszug)
Merkmal | Wert |
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Länge | ca. 4.800 mm |
Breite | ca. 1.770 mm |
Höhe | ca. 1.640 mm |
Radstand | 2.850 mm |
Leergewicht | ca. 1.580 kg |
Höchstgeschwindigkeit | ca. 120 km/h |
Antrieb | Hinterradantrieb |
Varianten
Es gab keine offiziellen Varianten des PV36. Alle gebauten Fahrzeuge waren viertürige Limousinen, wobei sich Details in der Ausstattung und Farbgebung unterscheiden konnten.
Stückzahl
Insgesamt wurden nur 500 Exemplare des Volvo PV36 produziert, was ihn heute zu einem der seltensten Volvo-Modelle überhaupt macht.
Karosserie
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Ganzstahlkarosserie mit integrierten Kotflügeln und aerodynamischer Linienführung
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Selbsttragende Bauweise – für Volvo damals revolutionär
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Großzügige Kabine mit viel Platz und hohem Fahrkomfort
Getriebe
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3-Gang-Schaltgetriebe (handsynchronisiert)
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Lenkstockschaltung, damals eine moderne Lösung für mehr Platz im Innenraum
Bremsen
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Mechanische Trommelbremsen rundum
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Fortschrittliches Bremssystem für die Zeit, allerdings ohne hydraulische Unterstützung
Besonderheiten
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Stromlinien-Design: Eines der ersten europäischen Fahrzeuge mit stark aerodynamischem Styling.
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Komfort: Sehr komfortabel gefedert, ruhige Fahreigenschaften auf langen Strecken.
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Seltenheit: Heute ein extrem begehrtes Sammlerstück, oft bei Oldtimerauktionen zu hohen Preisen gehandelt.
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Luxusausstattung: Hochwertige Innenausstattung mit viel Chrom und Holzapplikationen.
Was sagte die Konkurrenz?
Die Konkurrenz reagierte mit Respekt, aber auch Skepsis:
„Ein futuristisches Fahrzeug, das den Mut hat, von der Masse abzuweichen.“
– (Automobil Revue, 1936)
Viele Hersteller waren beeindruckt vom Design, sahen aber die frühe Markteinführung als riskant an. Tatsächlich verkaufte sich der PV36 langsamer als konventionellere Modelle, setzte jedoch wichtige Impulse für die weitere Entwicklung aerodynamischer Fahrzeuge.
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